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Glossar
Die Begriffe rund um Skills Lab und Simulation werden nicht einheitlich verwendet. Hier steht, was sich hinter welchem verbirgt.
- Skills Lab
- Ein Skills Lab ist eine praxisnah ausgestattete Lernumgebung, in der Lernende berufliche Fertigkeiten, Handlungsabläufe und kommunikative Kompetenzen in einem geschützten Rahmen trainieren. Je nach Lernziel kommen Modelle, High- und Low-Fidelity Simulatoren oder Simulationspersonen zum Einsatz. Viele Skills Labs verfügen zusätzlich über Audio- und Videotechnik, um Simulationen live zu übertragen, aufzuzeichnen und im Debriefing auszuwerten. So verbinden Skills Labs theoretisches Wissen mit praktischem Handeln: Situationen lassen sich wiederholt üben, Fehler reflektieren und Handlungssicherheit aufbauen, bevor entsprechende Aufgaben in der realen Versorgung übernommen werden. Mehr dazu
- Skills- und Simulationstrainer:in
- Eine Skills- und Simulationstrainer:in plant Simulationen, führt sie durch und bespricht sie im Debriefing nach. Zur Rolle gehören die Konzeption passender Fallszenarien, die Arbeit mit Simulationspersonen und High-Fidelity Simulatoren sowie die Frage, wie Simulation im Curriculum verankert wird. Im internationalen Kontext heißt dieselbe Rolle Instruktor:in. Die Qualifizierung umfasst bei Skills Lab Education 24 Unterrichtseinheiten und kann als berufspädagogische Pflichtfortbildung nach § 4 Abs. 3 PflAPrV geltend gemacht werden. Sie kann in drei verschiedenen Formaten absolviert werden: E-Learning, Präsenz in Hamburg oder als Inhouse-Schulung. Mehr dazu
- Simulationsbasiertes Lernen
- Simulationsbasiertes Lernen ist eine Lehr- und Lernmethode, bei der realitätsnahe berufliche Situationen in einem geschützten Rahmen nachgestellt werden. Lernende wenden dabei Wissen an, trainieren praktische Fertigkeiten, treffen Entscheidungen und entwickeln kommunikative sowie interprofessionelle Kompetenzen, ohne reale Personen zu gefährden. Je nach Lernziel kommen Szenarien, Skillstraining, Simulationspersonen oder High- und Low-Fidelity Simulatoren zum Einsatz. Ein wichtiger Bestandteil ist die anschließende strukturierte Reflexion im Debriefing, in dem Erfahrungen ausgewertet, Handlungsalternativen besprochen und Kompetenzen gezielt weiterentwickelt werden.
- Skillstraining
- Skillstraining bezeichnet das gezielte Erlernen und wiederholte Üben einzelner praktischer Fertigkeiten und Handlungsabläufe in einem geschützten Lernumfeld. Dazu gehören in der Pflege beispielsweise Blutdruckmessung, Injektionen, Verbandswechsel oder Positionierung. Im Mittelpunkt steht das sichere Beherrschen einer konkreten Handlung, bevor diese in komplexeren Simulationen oder in der realen Versorgung angewendet wird.
- Simulation
- Eine Simulation bildet reale berufliche Situationen möglichst praxisnah in einem geschützten Lernumfeld nach. Lernende können in Szenarien dabei Handlungsabläufe, Entscheidungen und Kommunikation trainieren, ohne reale Personen zu gefährden. Je nach Lernziel kommen beispielsweise Simulationspersonen, High- und Low-Fidelity Simulatoren oder digitale Anwendungen zum Einsatz. Anschließend wird die Situation mit oder ohne Videoanalyse im Debriefing nachbesprochen.
- Pre-Briefing
- Das Pre-Briefing ist die Einführung unmittelbar vor einer Simulation. Es klärt die Situation, die Rollen, die verfügbaren Mittel und den zeitlichen Rahmen. Vor allem stellt es psychologische Sicherheit her: Die Teilnehmenden erfahren, dass beobachtet wird, um zu lernen, und nicht, um zu bewerten. Ein übersprungenes Pre-Briefing ist einer der häufigsten Gründe dafür, dass eine Simulation nicht wirkt.
- Debriefing
- Das Debriefing ist die strukturierte Nachbesprechung einer Simulation und der eigentliche Ort des Lernens. Die Teilnehmenden rekonstruieren anhand eines strukturierten Debriefing-Modells, was geschehen ist, machen ihre Überlegungen und Annahmen sichtbar und leiten daraus Handlungsalternativen ab. Es dauert in der Regel doppelt so lang wie die Simulation selbst. Ohne Debriefing bleibt eine Simulation ein Erlebnis, aber kein Lernen. Mehr dazu
- Simulationsperson
- Hierbei handelt es sich um professionelle oder Laien-Schauspieler:innen aller Altersgruppen. Eine Simulationsperson stellt in einer Simulation Patient:innen, Angehörige oder andere beteiligte Personen dar. Sie arbeitet nach einer Rollenvorgabe, hält die Darstellung über mehrere Durchläufe hinweg vergleichbar und gibt im Debriefing Rückmeldung aus der Perspektive der dargestellten Person. Diese Rückmeldung ist eine Qualität, die kein Simulator liefern kann. Mehr dazu
- Fidelity
- Fidelity beschreibt, wie nah eine Simulation an die Wirklichkeit heranreicht. Unterschieden werden die physische Fidelity, also wie echt Raum und Material wirken, die konzeptuelle, also wie stimmig der Fall fachlich ist, und die psychologische, also wie sehr sich die Teilnehmenden auf die Situation einlassen. Für den Lernerfolg ist die psychologische Fidelity meist entscheidender als die physische.
- High-Fidelity Simulation
- Eine High-Fidelity Simulation bildet klinische oder pflegerische Situationen mit einem hohen Maß an Realitätsnähe nach. Dabei kommen häufig technisch anspruchsvolle Patientensimulatoren zum Einsatz, die beispielsweise Atmung, Puls, Sprache oder Veränderungen des Gesundheitszustands darstellen können. Ziel ist es, komplexe Situationen, Teamarbeit, Kommunikation und Entscheidungsprozesse möglichst authentisch zu trainieren. Häufig wird die Simulation durch Audio- und Videotechnik begleitet und anschließend in einem strukturierten Debriefing ausgewertet.
- Low-Fidelity Simulation
- Eine Low-Fidelity Simulation bildet berufliche Situationen mit einfacher technischer Ausstattung nach. Zum Einsatz kommen beispielsweise Low-Fidelity Simulatoren, einfache Modelle oder Übungsmaterialien, die keine oder nur wenige automatisierte Reaktionen zeigen. Der Schwerpunkt liegt weniger auf technischer Realitätsnähe, sondern auf dem gezielten Training von Handlungsabläufen, Kommunikation und Zusammenarbeit. Dadurch eignet sich Low-Fidelity-Simulation besonders für niedrigschwellige und flexibel umsetzbare Trainings.
- Simulationsszenario
- Ein Simulationsszenario ist eine didaktisch geplante und realitätsnahe Lernsituation, in der bestimmte berufliche Handlungen, Entscheidungen oder Kommunikationssituationen trainiert werden. Es beschreibt unter anderem die Ausgangssituation, beteiligte Rollen, Lernziele, relevante Informationen und den Ablauf der Simulation. Je nach Ziel kann das Szenario mit Simulationspersonen, Low- und High-Fidelity Simulatoren oder digitalen Anwendungen umgesetzt werden.
- OSCE
- Ein OSCE ist eine strukturierte praktische Prüfungsform, bei der Lernende mehrere festgelegte Prüfungsstationen durchlaufen. An jeder Station bearbeiten sie eine konkrete berufliche Aufgabe, zum Beispiel eine pflegerische Handlung, ein Beratungsgespräch oder eine klinische Einschätzung. Die Bewertung erfolgt anhand vorher definierter Kriterien und ermöglicht dadurch eine möglichst objektive und vergleichbare Beurteilung praktischer und kommunikativer Kompetenzen. Mehr dazu
- Psychologische Sicherheit
- Psychologische Sicherheit beschreibt ein Lernumfeld, in dem sich Lernende trauen, Fragen zu stellen, Unsicherheiten zu äußern, Fehler zu machen und offen über ihr eigenes Handeln zu sprechen, ohne Bloßstellung oder Abwertung befürchten zu müssen. Sie ist die Voraussetzung dafür, dass Lernende in einer Simulation tatsächlich handeln, statt vorzuführen. Hergestellt wird sie unter anderem im Pre-Briefing und dadurch, dass die Instruktor:in im Debriefing beschreibt, statt zu urteilen.
- PflAPrV § 4 Abs. 3
- Die Pflegeberufe-Ausbildungs- und -Prüfungsverordnung regelt in § 4 Abs. 3, dass qualifizierte Praxisanleitende jährlich berufspädagogische Fortbildungen absolvieren müssen. Die Skills- und Simulationstrainer:innen-Qualifizierung kann darauf angerechnet werden. Für Einrichtungen ist das der praktische Grund, warum sich die Weiterbildung mit einer ohnehin bestehenden Pflicht verbinden lässt. Mehr dazu
- INACSL Standards of Best Practice
- Die Healthcare Simulation Standards of Best Practice® der International Nursing Association for Clinical Simulation and Learning (INACSL) sind international anerkannte, evidenzbasierte Qualitätsstandards für simulationsbasiertes Lernen im Gesundheitswesen. Sie geben Orientierung für die professionelle Planung, Durchführung und Auswertung von Simulationen, unter anderem zu Lernzielen, Simulationsdesign, Prebriefing, Facilitation, Debriefing, Evaluation und professioneller Integrität. Damit unterstützen sie Bildungseinrichtungen dabei, Simulationen strukturiert und qualitativ hochwertig umzusetzen.
Auch: Sim Lab, Fertigkeitenlabor, Lernwerkstatt
Auch: Skills Trainer, Simulationstrainer:in, Instruktor:in
Auch: Nachbesprechung
Auch: SP, Schauspielpatient:in, standardisierte Patient:in
Auch: Wirklichkeitsnähe
Auch: Objective Structured Clinical Examination
Auch: Pflegeberufe-Ausbildungs- und -Prüfungsverordnung